Pfeil historische Obstkelter
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Fahrrad
Sabine Linzmaier

Obstkelter


In Hammelbach in der Rimbacher Strasse 24 gleich links neben dem Strassenrand ist in einem Grasgartenstück ein bogenförmiger Sandsteintrog mit einem Sandsteinrad und ein viereckiger Sandsteinbehälter mit einem metallenem Spindelrad zu sehen.

 In den bogenförmigen Trog wurden Äpfel, manchmal auch Birnen, eingefüllt und das Sandsteinrad so lange hin und her gerollt, bis die Äpfel zerquetscht waren. Geführt wird das Sandsteinrad durch den in seiner Mittelachse befestigten Holzstamm, der im Radiuszentrum des bogenförmigen Troges drehbar befestigt und gelagert ist.

Der so gewonnene Apfelbrei wurde in die nebenstehende viereckige Kelter gefüllt, die mit durchlöcherten Bretter ausgeschlagen war. War der Kelterbehälter voll, kamen Bretter und Balkenstücke von oben auf die Apfelbreifüllung. Die Kelter stand vor einem grossen Baum, in dessen Stamm ein Loch gehauen war. Ein langer Balken wurde in das Loch gesteckt und über die Kelter auf die Balkenstücke geführt. Auf das weit über die Kelter hinausragende Ende des Balkens wurden auf dort angebrachten Brettern schwere Stein gelegt. Zusätzlich hängte man sich selbst noch mit seinem Körpergewicht an dieses Balkenende. Mit Hilfe dieses langen Balkenhebels und dem Gewicht der Steine und seines Körpers quetschte man den Apfelbrei aus. Aus einer kleinen Öffnung in der Kelter rann der süsse Apfelmost in einen untergestellten Eimer. Der vergorene Apfelmost ist dann das Odenwälder Nationalgetränk, der Apfelwein.

Eine solche Kelter nannte man eine Baumkelter. Später wurde in diese Kelter eine Metallspindel eingebaut um die Arbeit einfacher und leichter zu gestalten. Die Kelter war bis 1950 in Betrieb und ist noch funktionsfähig.